Dortmund Südwestfriedhof
Große Heimstraße 119
44137 Dortmund
Der Friedhof liegt südwestlich der Innenstadt direkt an der A40/B1 gegenüber des Messe-/ Stadiongeländes. Der Haupteingang liegt an der Großen Heimstraße, es gibt aber mehrere kleine Seiteneingänge.
Der Ehrenfriedhof liegt im südlichen Teil des Friedhofs und umfasst die Felder 10 und 15. Feld 10 ist das "rechteckige", Feld 15 das "Kuchenstück". Beide werden getrennt durch den auslaufenden Hauptweg des Friedhofes.
An der südöstlichen Kopfseite von Feld 10 ist das Ehrenmal der Stadt Dortmund für die gefallenen Dortmunder Mitbürger des 1. Weltkrieges platziert. Vor dem Ehrenmal befinden sich, in Blickrichtung Feld 15 gesehen, rechts und links des Platzes Grabparzellen. Hinter den linken Parzellen befindet sich ein Halbkreis mit weiteren Gräbern. Direkt neben dem Ehrenmal und hinter den rechten Parzellen befinden sich Kriegsgräber von russischen Kriegsgefangenen. Die Kopfseite des Platzes zu Feld 15 hat weitere Grabparzellen. Auf der anderen Seite des Weges beginnt Feld 15. Vor Kopf stehen weitere Parzellen, hinter diesen sich ein Kreis mit Gräbern befindet. Seitlich davon befinden sich sich noch 2 kleinere Parzellen mit Gräbern, sowie 2 größere Reichen mit beidseitig Gräbern.
Im Umfeld sind weitere Soldatengräber aus späteren Zeiten zu finden (30er - 40er Jahren). Auf einigen Zivilgräbern, insbesondere an des Hauptwegs des Friedhofes, sind Anmerkungen zu gefallenen Familienmitgliedern zu finden.
Während der Friedhof oft als Südwestfriedhof bezeichnet wird, führt die Stadt ihn heute unter dem Namen Südfriedhof.
Zustand und Kennzeichnung der Gräber
Die Grabsteine/-Kreuze sind in unterschiedlichen Zuständen vorzufinden. Einige sind extrem verwittert und absolut unleserlich. Wieder andere sind in gutem Zustand. Einige Inschriften sind mit roter Farbe nachgezogen.
Grabnummern oder Kennzeichnungen sind keine vorhanden. Insbesondere die Bodenplatten sowie die Kissensteine sind witterungsbedingt kaum zu lesen. Der Friedhof wirkt gepflegt, wobei nicht alle Möglichkeiten ausgereizt werden.
Auf der Gräbersuche des Volksbundes werden die Grabnummern jedoch angegeben. Eine Suche nach Grabnummern oder Friedhofslisten ist über die Suchmaske des Volksbundes nicht möglich.
Hierbei fällt auf das die Sterbedaten auf den Grabsteinen (soweit lesbar) nicht mit den Daten beim Volksbund übereinstimmen. Es gibt Abweichungen von wenigen Tagen. Die Daten beim Volksbund scheinen das Bestattungsdatum zu sein. Ob dem Volksbund falsche Daten übergeben worden sind oder die Daten beim Volksbund falsch interpretiert wurden lässt sich unsererseits nicht feststellen. Die Daten der Grabsteine stimmen jedenfalls mit einer Stichprobe der Sterbeurkunden überein und enthalten das Todesdatum. z.B. (Peter Latocki : Grabstein 14.04.1917 Volksbund 20.04.1917)
Die Nummerierung ist nicht chronologisch ausgeführt. Innerhalb der Parzellen sind jedoch chronologische Grablagen erkennbar, es gibt wenige Ausnahmen. Es existiert kein permanent zugängliches Friedhofsbuch.
Anzahl der Gräber
Die Anzahl der Gräber ist seitens des Friedhofes nicht angegeben.
- Auf der Volksbund Seite zum Südwestfriedhof wird eine Belegung von "523 deutsche Tote des 1. Weltkrieges" angegeben. Ausländische Tote werden nicht erwähnt. (Stand 31.01.2026)
- Auf dem Friedhofsflyer der Stadt Dortmund (Drucklegung 02/2006) wird die Zahl der der Toten der Kriegsgräberanlage mit 410 angegeben, ohne Nennung deren Herkunft..
- Die Wikipedia Seite des Südwestfriedhofes gibt die Anzahl der Kriegsopfer mit 523 an für den 1. Weltkrieg, ohne Nennung deren Herkunft (Stand 31.01.2026).
- In einer zeitgenössischen Quelle (Dortmunder Tageblatt vom 01.08.1919 - Artikel Wettbewerb für das Ehrenmal) findet sich die Angabe von 503 deutschen Kriegern. Es ist keine Angabe der Anzahl der ausländischen Toten.
Eine Zählung der Gräber, während unserer Aufnahme/Kartierung des Friedhofs im Jahre 2023/2024, hat ins gesamt 480 Gräber auf dem Ehrenfriedhof gezählt. Von diesen 480 Gräber entfallen 52 auf russische Kriegsgefangene. Weitere 37 Grabstellen können nicht direkt mit dem 1. Weltkrieg in Verbindung gebracht werden, teilweise beleghaft (ca. 26 Stück) . Somit bleibt noch eine gesicherte Anzahl von 391 "deutschen" Gräbern zum 1. Weltkrieg übrig. Erweiterbar um einige fragliche Gräber aus den vorher erwähnten 37 (ca. 11 Stück möglich). Wie der Volksbund, bzw. dessen Quelle, auf die Zahl 523 kommt bleibt daher fraglich. Verglichen mit der Angabe des Friedhofsflyers ist dessen Anzahl vermutlich plausibler. Zwar befinden sich mehr Gräber auf der Grabanlage gemäß unserer Zählung, aber wenn man die Anzahl als deutsche Kriegstote des 1. Weltkrieges interpretiert kommt diese der Realität sehr nah.
Die Anzahl des Wikipedia Eintrags lässt sich ebenfalls nicht überprüfen. Die dort verwendete Quellen 3 für den Gesamtsatz beinhalten keine Zahlenangaben zu den Toten. Quelle 4 ist aktuell noch in Prüfung (Stand 31.01.2026). Vermutlich handelt es sich hier aber um eine Abschrift der Volksbundangabe.
Die Differenzen zwischen heutigem Bestand und der Angabe von 1919 könnte mit potentiellen Kriegsverlusten erklärt werden. Zieht man aber Umbettungen oder Todesfälle nach dem 01.08.1919 noch in Betracht, ist die Anzahl von 523 Toten wiederum möglich. Eklatant abweichend würde diese Zahl allerdings zum heutigen Bestand mit fast 100 "deutschen" Gräbern Differenz. Stand 31.01.2026 gibt es hierzu unserseits keine gesicherte Erkenntnis welche Zahl stimmt. Die Abweichungen sind zu allen Angaben sehr deutlich. Fehlende/verschwundene Grabkennzeichnungen können ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.
Es gibt diverse Angaben zur Gesamtbelegung der Dortmunder Kriegsgräberstätten aus den Jahren nach dem 1. Weltkrieg im Zusammenhang mit der Errichtung des Ehrenmals. Lese sie hierzu mehr unter Dortmund - Anzahl der Kriegsgräber im Stadtgebiet 1920er.
Die Gräber außerhalb des Ehrenfriedhofes wurden geprüft. Es wurden außerhalb der geringen Anzahl Zivilgräbern keine weiteren Grablagen mit Bezug zum 1. Weltkrieg gefunden. Eine Aufnahme der Kriegsgräber aus den 30er und 40er Jahren ist nicht erfolgt.
Eine Besonderheit des Friedhofs ist das nicht Vorhandensein von Gräbern mit Sterbedaten später als 13.04.1918 (Informationstand 31.01.2026). Diese wurden (vermutlich aus Platzgründen) ab dem 24.04.1918 auf dem Westfriedhof/Westentotenhof bestattet. Ob in den 11 Tagen Zwischenzeit wirklich niemand gestorben/bestattet wurde ist aktuell unklar (Informationstand 31.01.2026).
Layout / Lageplan
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Impressionen
